Optionen

Schrotteröffnungen können unter gewissen Voraussetzungen durchaus attraktiv sein. Man sollte erstens nach normalen Gegenzügen nicht von vorneherein schlecht stehen. Zweitens sollte diese Eröffnung nicht allzu häufig gespielt werden, weil dann der Gegner voraussichtlich nicht perfekt Bescheid weiss. Drittens, und am wichtigsten: Die Widerlegung muss kompliziert sein.

1.e4 c5 2.Sf3 Sf6

Die Nimzowitsch-Variante im Sizilianisch. Ich erinnere mich dass ich schon 3.e5 Sd5 4.Sc3 e6 5.Sxd5 exd5 6.d4 Sc6 7.dxc5 Lxc5

und hier 8.Ld3 gespielt habe weil ich die forcierte Variante…

8.Dxd5 Db6 9.Lc4 Lxf2+ 10.Ke2 O-O 11.Tf1 Lc5 12.Sg5 Sd4+ 13.Kd1 Se6 14.Se4 d6 15.exd6 Td8 16.Dh5 Lxd6 17.Ld3

… nicht kannte. Und aus alten Zeiten in Erinnerung hatte dass das für Schwarz absolut spielbar ist. Ist es aber nicht. Weiss steht auf Gewinn. Ich kann die Variante auswendig lernen wie ein Gedicht. Sollte ich aber nicht, weil was ist wenn der Gegner abweicht? Ich muss die Variante verstehen. Gedichte mit Variationen gibt es nicht. Besser wäre es sie wie ein Klavierstück mit Variationen zu lernen. Aber was ist mit Missklängen, Dissonanzen, sprich Fehlern? Werde ich in der Lage sein, Fehler des Gegners zu erkennen? Und sie auszunutzen? Und dabei keine eigenen Fehler zu machen?

In letzter Zeit habe ich einfach 3.Sc3 gespielt, was normalerweise ein gewöhnliches Sizilianisch wird. Aber ich habe das auch ein wenig vorbereitet. Viele spielen nämlich auf 3.Sc3 3…d5. Es hat sich herausgestellt, dass sie dann öfters von 4.exd5 Sxd5 5.Lb5+ Ld7 6.Se5! überrascht werden und die korrekte Fortsetzung 6…Sf6 7.Df3 Dc8 nicht kennen, oder ich sie hier mit 8.a4 e6 9.a5 Lxb5 10.Sxb5 überrasche. Der eigentliche Trick dabei ist 6…Lxb5?! 7.Df3 f6 8.Sxb5 fxe5 9.Dxd5. Oder aber 8…Sa6? 9.Dh5+ g6 10.Sxg6 hxg6 11.Dxh8. Ich habe schon früher thematisiert dass Schrottspieler ihren eigenen Schrott nicht kennen. Und es sich gegen sie alleweil lohnt ein paar Anti-Schrott-Patente auf Lager zu haben. Gerade in der Patzer-Liga wird enorm viel Schrott gespielt.

Ich brauche also eine Varianten-Lern-Methode die Fehler des Gegners erkennt und eigene Fehler vermeidet. Betrachten wir 1.e4 c5 2.Sf3 Sf6 3.e5 Sd5 4.Sc3 e6 5.Sxd5 exd5 6.d4 Sc6 7.dxc5 Lxc5 8.Dxd5 Db6 9.Lc4 Lxf2+ 10.Ke2 O-O 11.Tf1 Lc5 12.Sg5 Sd4+ 13.Kd1 Se6 14.Se4 d6 15.exd6 Td8 16.Ld3 Lxd6 17.Dh5 Lc7 18.Dxf7+ Kh8. Mein Problem als Weisser bei dieser Variante: Es gibt unendlich Abweichungen für Schwarz. Diese verbessern die Variante zwar nicht aber sie werden mir schwierige Probleme stellen.

Dazu zwei Beispiele. In meiner Datenbank gibt es 18 Partien mit der Stellung nach dem 18. Zug und dem Resultat von +12 -2 =4. Das bestätigt die Einschätzung dass Weiss auf Gewinn steht. Aber wie kann man das verlieren?

Sergei Azarov – Toms Kantans, Pro League 2018
1.e4 c5 2.Sf3 Sf6 3.e5 Sd5 4.Sc3 e6 5.Sxd5 exd5 6.d4 Sc6 7.dxc5 Lxc5 8.Dxd5 Db6 9.Lc4 Lxf2+ 10.Ke2 O-O 11.Tf1 Lc5 12.Sg5 Sd4+ 13.Kd1 Se6 14.Se4 d6 15.exd6 Td8 16.Ld3 Lxd6 17.Dh5 Lc7 18.Dxf7+ Kh8 19.Dh5 Txd3+ 20.cxd3 Ld7 21.Ld2 Lb5 22.Lc3 Lxd3 23.Sg5 Lg6 24.Sf7+ Kg8 25.Df3 Tf8 26.Dg4 Lxf7 27.Ke1 Te8 28.Td1 Sf4+ 29.Kd2 De3+ 30.Kc2 De4+ 0-1

1.e4 c5 2.Sf3 Sf6 3.e5 Sd5 4.Sc3 e6 5.Sxd5 exd5 6.d4 Sc6 7.dxc5 Lxc5 8.Dxd5 Db6 9.Lc4 Lxf2+ 10.Ke2 O-O 11.Tf1 Lc5 12.Sg5 Sd4+ 13.Kd1 Se6 14.Se4 d6 15.exd6 Td8 16.Ld3 Lxd6 17.Dh5 Lc7 18.Dxf7+ Kh8

17…Lc7 ist der kritische Zug weil Schwarz damit aus 3 Partien zweieinhalb Punkte erzielt hat, sozusagen die gesamte Ausbeute dieser Eröffnung. Das Schachgebot versteht sich von selbst. Aber was jetzt? In allen drei Partien kam 19.Dh5.

19.Dh5 Txd3+ 20.cxd3 Ld7

Der Lette wusste also was zu tun ist. Wieso die Letten ein S hinter den Vor- und Nachnamen haben ist mir schleierhaft. Auch Tal war ein Lette und hiess eigentlich Michails Tals. Der Russe macht den besten Zug aber es ist schon nicht mehr klar ob er den erraten oder gewusst hat.

21.Ld2 Lb5

Eine Alternative war das wilde 21…Dxb2 22.Lc3 La4+ 23.Ke1 Dxg2 24.Df5 Dg6. Vielleicht passte ihm das schwierige Endspiel nach 25.Dxg6 hxg6 26.Tf7 nicht.

In einer Blitzpartie Alexejenko-Litschewski von 2014 ‚verstärkte‘ Schwarz mit 21…La4+?! Weiss verzichtete auf das selbstverständliche 22.b3 Lb5 23.Df3 und zog 22.Ke1 wonach 22…Lb5 wiederum okay gewesen wäre. Es folgte statt dessen eine Fehlerorgie auf deren Wiedergabe ich verzichte.

Abgesehen davon liegt der Zug auf der Hand und ist höchst vermutlich der stärkste. In der Tat ist die Stellung jetzt ausgeglichen und das Sicherste 22.Sg5 Sxg5 23.Dxg5 h6. Auf keinen Fall 23…Lxd3?? 24.Lc3.

Weiss bricht jetzt fürchterlich ein.

22.Lc3? Lxd3 23.Sg5?? Lg6 24.Sf7+ Kg8 25.Df3 Tf8 26.Dg4 Lxf7 27.Ke1 Te8 28.Td1 Sf4+ 29.Kd2 De3+ 30.Kc2 De4+ 0-1

Björn Ochsner – Viktor Gazik, Vergani Cup Villorba 2019
1.e4 c5 2.Sf3 Sf6 3.e5 Sd5 4.Sc3 e6 5.Sxd5 exd5 6.d4 Sc6 7.dxc5 Lxc5 8.Dxd5 Db6 9.Lc4 Lxf2+ 10.Ke2 O-O 11.Tf1 Lc5 12.Sg5 Sd4+ 13.Kd1 Se6 14.Se4 d6 15.exd6 Td8 16.Ld3 Lxd6 17.Dh5 Lc7 18.Dxf7+ Kh8 19.Lg5 Ld7 20.Lxd8 Txd8 21.Df5 Dxb2 22.Sc3 g6 23.Df6+ Kg8 24.Df7+ Kh8 25.Df6+ Kg8 26.Tb1 Da3 27.Sd5 Ld6 28.Df7+ Kh8 29.Df6+ Kg8 30.Df7+ Kh8 31.Txb7 Da4 32.Df6+ Kg8 33.Df7+ Kh8 34.Df6+ Kg8 35.Se7+ Lxe7 36.Dxe7 Dc6 37.Txa7 Tb8 38.Df7+ Kh8 39.Df6+ Kg8 40.Df7+ Kh8 41.Txd7 Tb1+ 42.Kd2 Dxg2+ 43.Df2 Dg5+ 44.De3 Da5+ 45.Ke2 Dh5+ 46.Kd2 Da5+ 47.Ke2 Dh5+ 48.Tf3 Dxh2+ 49.Tf2 Dh5+ 50.Df3 De5+ 51.De4 Dh5+ 52.Kd2 Dg5+ 53.De3 Td1+ 54.Kxd1 Dxe3 55.Tff7 Dg1+ 56.Kd2 Dg5+ 57.Kd1 Dg1+ 58.Ke2 Dg4+ 59.Kf1 Dh3+ 60.Kf2 Dh4+ 61.Kf1 Dh3+ 62.Kf2 Dh4+ 63.Kf1 Dh3+ remis.

1.e4 c5 2.Sf3 Sf6 3.e5 Sd5 4.Sc3 e6 5.Sxd5 exd5 6.d4 Sc6 7.dxc5 Lxc5 8.Dxd5 Db6 9.Lc4 Lxf2+ 10.Ke2 O-O 11.Tf1 Lc5 12.Sg5 Sd4+ 13.Kd1 Se6 14.Se4 d6 15.exd6 Td8 16.Ld3 Lxd6 17.Dh5 Lc7 18.Dxf7+ Kh8 19.Lg5

Weiss stellt eine äusserst delikate Aufgabe. Stockfish 12 findet den Zug nicht gut. Deswegen wird ihn sich der Schwarze nicht angesehen haben und durch eigenes Überlegen konnte er das Problem nicht lösen. Der fantastische Zug 19…Sf4! ist das Ei des Kolumbus.

Nach 20.Lxd8 sind alle Züge erzwungen: 20…Lg4+ 21.Kc1 Txd8 22.Dc4 Sxd3+ 23.cxd3 Le5 mit Vorteil für Schwarz.

Ebenso forciert ist 20.Lxf4. 20…Lg4+ 21.Kc1 Td7 22.Db3 Lxf4+ 23.Kb1 Lxh2.

20.Txf4 Le6 und jetzt

21.Dh5 Lxf4 22.Lxf4 Txd3+ 23.cxd3 Dg1+ 24.Ke2 Dxa1 25.Le5 und Weiss hält auf alle Züge remis mit 26.Lg7+, z.B. 26…Tf8 26.Lxg7+ Kxg7 27.De5+ Kf7 28.Df6+ Kg8 29.Dxe6+.

Es gibt eine Alternative. Den Sensationszug 21.Tf6. 21…Lxf7 22.Txb6 ist in etwa ausgeglichen. 21…Txd3+ 22.cxd3 Lxf7 23.Txb6 axb6 ebenso.

19…Ld7 20.Lxd8 Txd8 21.Df5?

21.Sc3 würde 22.Df5 drohen, z.B. 21…Dxb2 22.Df5 Dxa1+ 23.Kd2 und gewinnt. Am Ende behält Weiss daher schlicht eine Qualität mehr.

21…Dxb2??

Lenkt in die oben besprochene Verlust-Variante ein.

Es war wiederum eine schwierige Kombinationsaufgabe. Diesmal vielleicht etwas leichter als zwei Züge vorher: 21…Sf4!

Auf 22.Dg5 kommt trotzdem 22…Lg4+ 23.Dxg4 Sxd3 24.cxd3 Dxb2 und gewinnt.

Daher 22.Dc5 Dxb2 23.Dxc7 Lg4+ 24.Ke1 Sxd3+ 25.Kd2 Db4+ 26.Sc3 Dd4 27.Dxd8+ Dxd8 28.cxd3 mit Vorteil für Schwarz. Würde der Super-Rätsel-Löser Hikaru (YouTube Suche: Hikaru Puzzle) das auf die Reihe kriegen? Wer weiss.

22.Sc3 g6 23.Df6+ Kg8 24.Df7+ Kh8 25.Df6+ Kg8 26.Tb1 Da3 27.Sd5 Ld6

Weiss findet das primitive Matt 28.Lxg6 hxg6 29.Dxg6+ Kh8 30.Tf7 nicht. Die vielen Zugwiederholungen lassen auf hochgradige Zeitnot schliessen.

28.Df7+ Kh8 29.Df6+ Kg8 30.Df7+ Kh8 31.Txb7 Da4 32.Df6+ Kg8 33.Df7+ Kh8 34.Df6+ Kg8 35.Se7+ Lxe7 36.Dxe7 Dc6 37.Txa7 Tb8 38.Df7+ Kh8 39.Df6+ Kg8 40.Df7+ Kh8 41.Txd7 Tb1+ 42.Kd2 Dxg2+ 43.Df2 Dg5+ 44.De3 Da5+ 45.Ke2 Dh5+ 46.Kd2 Da5+ 47.Ke2 Dh5+ 48.Tf3 Dxh2+ 49.Tf2 Dh5+ 50.Df3 De5+ 51.De4 Dh5+ 52.Kd2 Dg5+ 53.De3?

Er vergurkt es ins Remis.

53…Td1+ 54.Kxd1 Dxe3 55.Tff7 Dg1+ 56.Kd2 Dg5+ 57.Kd1 Dg1+ 58.Ke2 Dg4+ 59.Kf1 Dh3+ 60.Kf2 Dh4+ 61.Kf1 Dh3+ 62.Kf2 Dh4+ 63.Kf1 Dh3+ remis.

Super-GM lernen sowas vor dem Frühstück weil sie eine super schnelle Auffassungsgabe haben und zudem nichts vergessen. Patzer müssen sich das mühsam einprägen und haben es nach zwei Wochen wieder vergessen. Eine gute Methode ist genau das, was ich hier mache: Kommentieren. Und dann natürlich gelegentlich wieder lesen und zusätzlich mit dem Computer überarbeiten. Manche meiner Kollegen führen eine Repertoire-Datenbank. Das hat den Vorteil, dass man sie immer wieder nachtragen muss und sich die Züge damit immer wieder einprägt. Einen grossen Vorteil haben Schachlehrer. Sie können darüber Vorträge halten. Ihre Schüler werden wenig davon haben, aber sie selber profitieren enorm.

Wir haben also gelernt dass nach 1.e4 c5 2.Sf3 Sf6 3.e5 Sd5 4.Sc3 e6 5.Sxd5 exd5 6.d4 Sc6 7.dxc5 Lxc5 8.Dxd5 Db6 9.Lc4 Lxf2+ 10.Ke2 O-O 11.Tf1 Lc5 12.Sg5 Sd4+ 13.Kd1 Se6 14.Se4 d6 15.exd6 Td8 16.Ld3 Lxd6 17.Dh5 Lc7 18.Dxf7+ Kh8

der Zug 19.Lg5 den Schwarzen vor fast unlösbare Probleme stellt aber mit ein bisschen Knowhow zu verkraften ist. Worin liegt denn das eigentliche Problem?

19.Sg5 h6 ist harmlos.

Aber 19.Sf6 ist gefährlich. Das droht nämlich entscheidend 20.Se8! Es kann mit 19…Dc6 oder 19…Dc5 entschärft werden.

19…Dc6.

Nun würde 20.Lh6 Schwarz ziemlich schockieren. Bei Lichte betrachtet droht gar nichts und der Computer will einfach 20…b6 ziehen. Nach 20…Le5 21.Sg4 muss Schwarz hingegen zu 21…Lxb2 22.Tb1 Txd3+ 23.cxd3 Zuflucht nehmen und sich dann für entweder 23…Da4+ oder 23…gxh6 entscheiden.

Das einfache 20.Tf3 hingegen gibt Weiss gute Angriffschancen.

Nach 19…Dc5 hat Weiss nichts besseres als 20.Se4, aber von Zugwiederholung kann wegen dem Folgenden keine Rede sein.

Des Rätsels Lösung liegt im ausserordentlich starken Zug 19.a4. Auf den ersten Blick ist völlig unersichtlich, was Weiss damit will. Doch nicht etwa 20.a5? Oder 20.Ta3? Diese Züge drohen nicht direkt, aber sie werden zu Optionen. Die schwarze Dame hat nicht gerade viele Felder. Das fast einzige ist d4 weil sie ja auf c6 eventuell in Lb5 hineinläuft. Eine weitere Option welche 19.a4 eröffnet.

Nach etwa 19…Ld7 20.Ld2 Tac8 kommen diese neben dem bereits vorhandenen Manöver Ld2-c3 zusätzlichen Optionen zum Tragen: 21.a5 Dd4 22.Lc3 De3 23.h4 und nach etwa 23…Lb8 24.Ta3.

Die beste Verteidigung scheint noch 19…Dd4 20.Ld2 Le5 zu sein, um 21.Lc3? wegen 21…Dxe4 zu verhindern. Auf 21.Sg5 Dxb2 22.Tc1 verhindert 22…Lc3 23.Sxe6 wegen 23…Lxe6 24.Dxe6 Txd3. Weiss deckt also den Ld3 mit Gegenangriff. 23.Df3 Lxd2 24.Sf7+ Kg8 25.Kxd2. Der Td8 hängt. Nach vorne kann er nicht wegen 25…Td4 26.Sh6+ gxh6 27.Df7+ Kh8 28.Dxh7#. Seitlich nicht wegen 25…Tf8 26.Lxh7+ Kxh7 27.Dh5+ Kg8 28.Dh8#

Bleibt 25…Txd3+ 26.Dxd3 Db4+ 27.Dc3 aber Weiss ist materiell entscheidend im Vorteil.

Dies war ein Ausflug in die höchsten Sphären des Schachspiels. In vorteilhaften Stellungen sind direkte Drohungen entscheidend, wie z.B. der Angriff auf den Td8. Oder Kombinationen wie die zwei dreizügigen Matts. Eigentlich müsste ich den Satz umkehren: Sobald direkte Gewinndrohungen vorhanden sind ist eine Stellung vorteilhaft. In der Ausgangsstellung ist nichts derartiges ersichtlich. 19.Sf6 hat nicht gereicht und 19.Lg5 hat sich wegen 19…Sf4 als Schlag ins Wasser herausgestellt. Was an sich schon schwierig ist.

Erst dieses fantastische 19.a4 verschafft Weiss die entscheidenden Optionen und wir entdecken noch eine weitere, das Luftloch. So würde jetzt nach etwa 19…a5 das ‚alte‘ 20.Lg5 funktionieren. In der ‚alten‘ Verteidigung auf 19.Lg5, nämlich 19…Sf4 20.Lxf4 Lg4+ 21.Kc1 Td7 geht 22.Lxc7 nicht, weil Weiss nach 22…De3+ 23.Kb1 Txf7 kein Luftloch hat. Aber in der neuen Lage nach 19.a4 a5 20.Lg5 Sf4 21.Lxf4 Lg4+ 22.Kc1 Td7 23.Lxc7 gibt es dieses Luftloch, und nach 23…De3+ 24.Kb1 Txf7 gewinnt Weiss mit 25.Txf7.

Die Vermehrung der Optionen ist das A und O der Schachstrategie.